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© Georg Hess  |
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Filialkirche Watterbach "St. Sebastian" Schon
1429 wurde in Watterbach die erste Kirche gebaut. Von ihrer Größe
kann man sich so ungefähr eine Vorstellung machen. Denn als
die jetzige Kirche gebaut wurde, hieß es: "Von den Steinen
der alten Kirche kann beinahe eine Seite der neuen aufgebaut werden".
Danach konnten die Ausmaße nur sehr gering gewesen sein.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde die 1429 erbaute Kirche ein Wallfahrtsort.
Nicht nur aus der Pfarrei Kirchzell, sondern auch aus anderen Orten
wie Weilbach, Amorbach, Hambrunn, Gönz, Donebach und Galmbach
wallten Gläubige hierher. Daher wurde diese kleine Kirche mit
der Zeit wohl zu klein. Außerdem mußte sie am Ende dreier
Jahrhunderte ziemlich baufällig gewesen sein.
Eine interessante Sage rangt sich um die alte Kirche: Man war sich
nicht einig über den Standort. Daher wurden zwei Kühe
eingespannt und dort wo sie stehen blieben, werde gebaut. Die liefen
den Berg hinauf, blieben stehen und knieten nieder. Also wurde dorthin
gebaut. Dies war vermutlich der Standort der jetzigen Kirche. Um
1778, als die alte Kirche zu klein und nach 350 Jahren wohl auch
baufällig war, entschied man sich für den Bau einer größeren
Kirche.
Wieder war man sich nicht einig über den Standort. Architekt
und Geschäftsleute rieten davon ab, die neue Kirche wieder
auf den Berg zu bauen. Es würden erhebliche Kosten nur für
die notwendigen Stützmauern um die gesamte Kirche entstehen,
die für das Gebäude selbst fast reichen würden, unten
im Dorf wären geeignetere Bauplätze. Außerdem mußte
das gesamte Baumaterial den Berg hinauf transportiert werden. Aber
die Watterbacher wollten ihre neue Kirche am alten Platz haben und
scheuten keine Mühen und Kosten. Sie verpflichteten sich, alle
Materialien umsonst und zur Gottes Ehr den Berg hinauf zu schaffen.
So wurde von 1778 bis 1779 die heutige Kirche mit den aufwendigen
Stützmauern erbaut. Der Stil der Kirche kann man an der "Zwiebelform
" des Kirchturms schon von außen erkennen, Barock - Rokoko.
Eine erstmals große Kirchenrenovierung fand 1938/39 statt.
Ständig wurden von der Kirchengemeinde Watterbach Sanierungen
und Verbesserungen durchgeführt.
So bekam das Gebäude 1967 eine Warmluftheizung, 1969 eine elektrische
Kirchenuhr mit Schlagewerk, 1970 wurde das Dach neu gedeckt, 1971
das Innere neu getüncht. 1979 wurde zum 200 jährigen Jubiläum
die wertvolle und historische "Schleifladenorgel" restauriert
und die Empore erneuert. 1980 wurde die gesamte Treppenanlage erneuert,
1985 der Kirchturm neu eingeschiefert.
1999 wurde in Eigenleistung eine rollstuhlgerechte Zufahrt geschaffen
und 2001 wurde ein funkgesteuerter Liedanzeiger angeschafft. Auch
in naher Zukunft wird die Kirchengemeinde Watterbach für den
Erhalt des Gotteshaus finanziell bis an die Grenzen gefordert werden.
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